Liebevolle Begleitung in Zeiten von Abstand und Isolation

 

Seit nun über einem Jahr wird unser Leben durch die Corona-Pandemie bestimmt, ein Ausnahmezustand, den die Menschheit in solchem Ausmaß noch nicht erlebt hat. Eben weil es diese Situation zuvor noch nicht gab und durch die globale Vernetzung eine solche Pandemie eine ganz andere Dimension annimmt, ist es für Entscheidungsträger und jede Person im Einzelnen eine unheimlich große Herausforderung, auf die Situation angemessen zu reagieren. Wir alle kämpfen mit Unsicherheit und sind aufgefordert, die Gegebenheiten und neuesten Erkenntnisse jeden Tag aufs Neue zu bewerten und unsere Entscheidungen und unser Handeln dahingehend anzupassen. Dabei haben wir zurzeit meist viel mehr Fragen als Antworten.

 

Das oberste Ziel in Zeiten dieser Pandemie ist es, Menschenleben zu schützen und die Gesundheit einer jeden Person an erste Stelle zu setzen. Alle Maßnahmen, die dieses Ziel unterstützen, werden, nach aktuellem Kenntnisstand, bestmöglich umgesetzt. Bisher hieß dies konkret, alle Maßnahmen zu ziehen, die eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern. Dabei sind wir alle aufgefordert, unsere Kontakte zu anderen Mitmenschen auf ein Minimum zu reduzieren und die besonderen Hygienevorschriften zu beachten. 

 

Für den Beruf der pädagogischen Fachkraft und den Auftrag einer jeden Kindertageseinrichtung, der bestmöglichen (früh-)kindlichen Begleitung, beinhaltet diese neue Situation ganz eigene Herausforderungen. Der Mensch als soziales Wesen ist nicht daran gewöhnt, Abstand zu anderen Mitmenschen zu wahren und eine erfolgreiche Erziehung besteht maßgeblich darin, Nähe aufzubauen, Vertrauen zu schaffen, Liebe zu schenken und Kinder in die große Gemeinschaft zu integrieren. Jede pädagogische Fachkraft hat nicht nur diesen Bildungsauftrag, sondern auch den innerlichsten Wunsch, Kindern eben dies zu ermöglichen. Wie also bewerten die Einrichtungen von Impuls Soziales Management das bisher Erlebte in der globalen Corona-Pandemie?

 

In den Einrichtungen von Impuls Soziales Management liegt die Priorität ebenfalls darin, die Gesundheit jedes Kindes, jedes Mitarbeitenden und aller Eltern zu schützen und zu wahren. Dafür tun wir jeden Tag unser Bestes, das zu nutzen, was uns derzeit zur Verfügung steht. Angefangen mit Hygienekonzepten für jede Einrichtung, den Versand von Mund-Nase-Masken an jeden Mitarbeitenden bis hin zum Start von Petitionen und Aufforderungen an die Regierung, pädagogische Fachkräfte durch beispielsweise ein priorisiertes Impfangebot besser zu schützen. Für uns ist es wichtig, nicht nur gesetzliche Vorgaben zu beachten, sondern präzise zu schauen, was darüber hinaus möglich ist: „Unsere Mitarbeitenden in den Einrichtungen sind weiterhin einer hohen Belastung ausgesetzt. Das Gruppenzusammenlegen ist am Ende des Tages nicht möglich. In regelmäßigen Meetings tauschen wir uns virtuell aus, um für die sich stetig wandelnden Situationen passende Lösungen zu finden. Mir liegt dabei am Herzen, dass unsere Mitarbeitenden gesund bleiben", so Regionale Geschäftsleitung der Region Mitte und West, Nele Bittner. Um auf die psychische Belastung unserer Mitarbeitenden zu reagieren, bieten wir die psychosoziale Beratung unseres Kooperationspartners Amiravita kostenlos an. Schlussendlich ist wichtigster Bestandteil die regelmäßige Kommunikation mit allen Beteiligten.

 

Für unsere pädagogischen Fachkräfte ist es neben dem Schutz der Gesundheit besonders wichtig, in diesen Zeiten nicht den Kontakt zu Kindern und Eltern zu verlieren. So sind die Impuls-Einrichtungen sehr kreativ geworden, Wege zu finden, die Verbindung zu halten während Abstand gewahrt wird. So wurden beispielsweise virtuelle Morgenkreise angeboten, wo sich die Kinder von Zuhause aus digital dazuschalten konnten, um den Kita-Alltag nach Hause zu bringen und die Bindung zwischen Kindern und Bezugserzieherinnen und –erziehern aufrecht zu halten. Neben Live-Übertragungen haben unsere Fachkräfte den Eltern und Kindern außerdem Videos, Bastel-Tipps, Lieder und Aktionsideen zur Verfügung gestellt, die Langeweile bekämpfen und ein bisschen Kindergarten in die eigenen vier Wände bringen. Auch eine Facebook-Gruppe wurde in diesem Rahmen eröffnet, wo Inhalte von pädagogischen Fachkräften und Eltern zur gegenseitigen Bereicherung geteilt werden. Darüber hinaus nutzen viele der Einrichtungen mittlerweile die Famly-App, die es unseren pädagogischen Fachkräften leichter macht, mit Eltern im Austausch zu bleiben. 

 

Trotz all der erfolgreichen Ideen und Bemühungen sieht Angela Rentschler, Regionale Geschäftsleitung für den Impuls-Süden, „wie groß die Anstrengungen und Belastungen inzwischen für die Fachkräfte sind, jeden Tag neue Regelungen und weitere Aufgaben. Hier stellt sich eine große und nachvollziehbare Müdigkeit bei vielen ein. Über Gespräche in den Teamsitzungen und mit den Leitungen versuchen wir gemeinsam, aus den schwierigen Situationen noch das Beste zu machen und entwickeln kreative Lösungen. An manchen Stellen nehmen wir jedoch auch Geld in die Hand um für Entlastung zu sorgen. Häufig bleibt jedoch nur, etwas Mut zuzusprechen und Hoffnung zu geben, dass auch diese schwierige Zeit ein Ende nimmt." Axel Antons-Eichner, Regionale Geschäftsleitung des Impuls-Nordens ergänzt: „Die Leitungen und pädagogischen Fachkräfte erfahren im Austausch mit Eltern, dass der Druck in den Familien mit jedem Tag steigt und die Akzeptanz für die Einschränkungen sinkt. Von sozialen Kontakten unter Kindern ausgeschlossen zu sein, kann durch die genannten Maßnahmen überbrückt aber nicht ersetzt werden. Wir möchten auch für diejenigen zur Verfügung stehen, die nicht in der Notbetreuung sein können und manchmal hilft einfach ein offenes Ohr, ob digital oder am Telefon, um sich etwas Verständnis und Entlastung zu verschaffen." Der Wunsch nach Normalität wächst, sowohl bei den Familien als auch in den Einrichtungen und die Sehnsucht unserer Fachkräfte, den Kindern bestmögliche Begleitende sein zu können, unter Bedingungen, die dies voll und ganz ermöglichen, ist unübersehbar.

 

Impuls Soziales Management kann die Belastung aller nicht abstreiten und sieht die Gefahren der Isolation. Umso wichtiger ist es für uns, jetzt Haltung zu bewahren. Stimmen der Ignoranz und Hetze dürfen nicht an Stärke gewinnen. Vielmehr müssen wir füreinander da sein, uns gegenseitig unterstützen, bestmöglich aufpassen, dass in diesen Krisenzeiten keine und keiner zurückgelassen wird. Das ist ein Kraftakt, der nur gemeinsam bewältigt werden kann. 

 

Diese Zeiten haben verstärkt gezeigt, welchen Wert Kindertageseinrichtungen für Kinder, Eltern und die Gesellschaft im Allgemeinen haben. Diese Aufmerksamkeit, die diesem Bereich jüngst zu-teilwurde, kann möglicherweise ein positiver Effekt der Pandemie sein. Es wurde bisher sehr deutlich, dass der Beruf der pädagogischen Fachkraft für unsere Gesellschaft unverzichtbar ist und Familien auf ihre Unterstützung angewiesen sind. Eltern benötigen die Hilfe, auch um Beruf und Familie vereinbaren zu können. Kinder müssen ein Recht auf die bestmögliche Begleitung haben, sodass sie zu glücklichen Erwachsenen heranwachsen können.