Infektionsschutz und Pädagogik im Einklang - Leitfaden zur Wiederöffnung

 

Einen umfangreichen Handlungsleitfaden zur schrittweisen Wiederöffnung der Kindertagesstätten und Horte nach der coronabedingten Schließung hat Impuls Soziales Management, ein Träger von bundesweit knapp 40 Kindertagesstätten, ausgearbeitet. Neben Rahmenbedingungen für die Betreuung und zum Kinderschutz sowie Handlungsempfehlungen für die Zusammenarbeit mit den Familien, enthält der Leitfaden zahlreiche Praxistipps für den Wiedereinstieg.

Die ausgearbeiteten Maßnahmen ergänzen die individuelle Gefährdungsbeurteilung sowie den Hygieneplan des Unternehmens – beides ist die Grundlage für die weitere Arbeit in den Kindertagesstätten. „Ziel des Handlungsleitfadens ist es, einen möglichst großen Einklang zwischen den pädagogischen Erfordernissen, den Bedürfnissen der betreuten Kinder, den Betreuungsbedarfen von Eltern sowie dem Infektionsschutz für Kinder und Beschäftigte zu schaffen“, sagt Lisa Janz, Geschäftsführerin von Impuls Soziales Management. Ein besonderer Fokus liegt auf der Bedürfnisorientierung am Kind und dem größtmöglichen Schutz aller Beteiligten. Impuls Soziales Management möchte damit der Verantwortung für die anvertrauten Kinder und knapp 850 Mitarbeitenden der Einrichtungen gerecht werden.

 

Pädagogische Handlungsansätze situativ anpassen

 

Auf Kuschelecken wird vorerst verzichtet: Damit der Infektionsschutz gewährleistet werden kann, sind Maßnahmen notwendig, die deutlich von bisher geltenden Handlungsansätzen und Zielen der frühkindlichen Bildung abweichen. Aus Infektionsschutz- und Hygienegründen ist es unumgänglich, die pädagogische Arbeit in der Kindertagesbetreuung anzupassen. So empfiehlt der Träger unter anderem, Spielbereiche abzutrennen und Laufwege zu analysieren, um diese Flächen eindeutig von Wasch- und Nebenräumen sowie Außenbereichen abzugrenzen. Geregelt sind ebenfalls die Mahlzeiten – maximal vier Personen pro Tisch, keine Buffets oder Getränkebars – sowie die Anweisung, identische Tagesabläufe der einzelnen Gruppen aufgrund von Überschneidungen zu vermeiden. „Wir möchten unseren Mitarbeitenden mit dem Leitfaden die Rückendeckung geben, auch Maßnahmen zu ergreifen, die in normalen Zeiten unter rein pädagogischen Gesichtspunkten so nicht umgesetzt würden. Sie sollen dabei an die Kinder, aber auch an sich selbst denken. Kreativität, Augenmaß und die Verhältnismäßigkeit der ergriffenen Maßnahmen sind ausschlaggebend“, ermutigt Lisa Janz die pädagogischen Fachkräfte. Ein gewisses Infektionsrisiko verbleibt dennoch, insbesondere bei der Arbeit mit jüngeren Kindern, da sich in Krisensituationen deren Bedürfnis nach Nähe verstärkt.

 

Eltern in der Verantwortung 

 

Eine wichtige Rolle kommt bei der Wiedereröffnung den Eltern zu, denn diese sind weiterhin angehalten, eigene Sozialkontakte und die ihrer Kinder zu beschränken – auch zum Schutz der anderen Familien und der pädagogischen Fachkräfte. Auch in Bring- und Abholsituationen kommt es auf die Mitarbeit der Familien an. Eine Übergabe sollte möglichst über das Außengelände erfolgen, nur in Ausnahmefällen und mit Distanz ist Eltern das Betreten der Räumlichkeiten gestattet. Eltern können ihre Kinder mit vielen Maßnahmen unterstützen, sich in den Kita-Alltag wieder einzufinden. Ob durch die gemeinsame Gestaltung von Portfolioseiten über die Zeit zu Hause, das bewusste Tragen und Thematisieren eines Mundschutzes oder das Zeigen von Fotos aus der Kindertagesstätte – vieles kann beim Wiedereinstieg helfen. Dabei geht es auch darum, Druck herauszunehmen und die Kinder nicht zu drängen – weder durch die Eltern noch durch die Abläufe in der Kita. Klare Strukturen im Tagesablauf, ein gewohntes Umfeld sowie viel Zeit für Freispiel bilden die Basis für eine erfolgreiche Eingewöhnung nach der langen Schließzeit. 

 

Leitfaden für alle kostenlos verfügbar

 

Der Kita-Träger stellt seinen Wiederöffnungsleitfaden sowie die Gefährdungsbeurteilung und Hygieneplanung anderen Trägern und Kinderbetreuungseinrichtungen bei Interesse gerne kostenfrei zur Verfügung. Bei Rückfragen können sich Interessenten an Axel Antons-Eichner, Regionale Geschäftsleitung von Impuls Soziales Management (AAntons-Eichnere-impulsde), wenden. „Mit der Weitergabe des Leitfadens leisten wir einen Beitrag dazu, dass die Wiedereröffnung möglichst zeitnah und unter einheitlichen Vorgaben erfolgen kann. Denn jedes Kind und jede Familie hat ein Recht auf Kinderbetreuung“, sagt Lisa Janz.

 

Passgenaues Coaching für Kindertagesstätten

 

Außerdem bietet der Kooperationspartner fio Consult unter dem Titel „Gemeinsam Perspektiven entwickeln. Chancen für den Wiedereinstieg – eine Investition in die Zukunft“ ein speziell auf pädagogische Fach- und Führungskräfte abgestimmtes digitales Coaching an, das weitere Klarheit rund um die Wiedereröffnung bringen soll. Bei Fragen rund um dieses Angebot steht Melanie Beck von fio Consult unter melanie.beck@fio-consult.de zur Verfügung.